Arm gebrochen!
Was tun?!

Keine Panik –
überstürztes Handeln schadet!

Nasse Fliesen, eine rasche Bewegung, man rutscht aus und stürzt: Meist auf den ausgestreckten Arm, um so Schlimmeres abzuwenden. Aber man spürt sofort, etwas ist schief gegangen: Starke Schmerzen im Handgelenk, der schmerzhafte Bereich schwillt innerhalb kürzester Zeit stark an, die Hand ist nicht mehr zu benutzen und steht oft in einer erschreckend aussehenden Fehlstellung (meist nach hinten abgekippt) zum Unterarm. Der Verdacht liegt nahe, man hat sich das Handgelenk oder den Unterarm gebrochen.

Viele Patienten reagieren mit Panik: Bloß schnell ins Krankenhaus und dort nach einer sofortigen Wiederherstellung verlangen! Und dass ohne sich den geringsten Gedanken darüber zu machen wie eine korrekte Diagnostik und Therapie einer Unterarmfraktur denn durchzuführen ist. Oder ob denn überhaupt Eile geboten ist und ob die angesteuerte Klinik denn überhaupt in der Lage ist eine zeitgemäße Bruchversorgung durchzuführen.

Unfallchirurgie

Konservative Stellungskorrektur eines verschobenen Unterarmbruches unter Durchleuchtungskontrolle und anschließende Gipsruhigstellung

Die distale Radiusfraktur – eine der häufigsten unfallchirurgischen Verletzungen

Die distale Radiusfraktur – eine der häufigsten unfallchirurgischen Verletzungen

Die so genannte distale Radiusfraktur ist nach dem Bänderriss des Sprunggelenkes die häufigste unfallchirurgische Verletzung.

Dennoch gibt es große Unterschiede in der Versorgung.
Zunächst einmal sollten der betroffene Patient und seine Angehörigen Ruhe bewahren. Das betroffene Handgelenk sollte mit Watte oder einem weichen Tuch gepolstert und auf einem Brettchen, Lineal oder ähnlichem ruhig gestellt werden. Ist eine starke Fehlstellung zu sehen, so sollte durch vorsichtigen Längszug an der Hand diese möglichst in normaler Position auf der Schiene gelagert werde.

Das geschwollene Handgelenk sollte fortlaufend gekühlt werden ohne das die Haut in direktem Kontakt mit dem verwendeten Kühlelement oder Eis kommt.

Die Berührungsempfindlichkeit der Fingerspitzen und die Durchblutung der Finger sollte überwacht werden. Ein Taubheitsgefühl, blasse Finger oder ein fehlender Puls sind Alarmzeichen und sollten zu einer sofortigen Vorstellung in einer unfallchirurgischen Abteilung Anlass geben.

Ruhe bewahren, bei einfachen Brüchen ist keine Eile geboten!

Ruhe bewahren, bei einfachen Brüchen ist keine Eile geboten!

Fühlt der Patient seine Finger, sind die Finger warm und das Nagelbett rosig durchblutet, besteht kein Anlass zur Panik!

Der Patient sollte ein Schmerzmittel und notfalls auch ein Beruhigungsmittel einnehmen. So können durchaus ein oder zwei Tage überbrückt werden, die meisten Frakturen passieren am Wochenende

Wie hat eine zeitgemäße Versorgung auszusehen?

Wie hat eine zeitgemäße Versorgung auszusehen?

In einer guten unfallchirurgischen Abteilung wird als Erstes Sensibilität, Motorik und Durchblutung von Hand und Fingern Überprüft. Anschließen werden Röntgenbilder in mindestens zwei Ebenen erstellt.
Je nach Röntgenbefund, Alter und allgemeiner Verfassung des Patienten wird dann über die weitere Vorgehensweise entschieden.

Bei unverschobenen Brüchen mit nur einem Handgelenkseitigen Fragment sollte der Arm zunächst bis zur Abschwellung auf einer Gipsschiene ruhig gestellt werden, nach wenigen Tagen kann dann die definitive Versorgung mit einem zirkulären Gips erfolgen. Abgekippte Brüche müssen erst unter Durchleuchtungskontrolle (am besten in Lokalanästhesie) reponiert und anschließend im Gipst ruhig gestellt werden. Wichtig ist bei der konservativen Versorgung die regelmäßige Röntgenkontrolle um evtl. wieder kehrende Fehlstellungen frühzeitig zu erkennen.

Ebenso wichtig ist die Druck- und nahezu schmerzfreie Ruhigstellung im Gips.

Hierbei werden viele Fehler gemacht, und oftmals werden dem Patienten starke Schmerzmittel verabreicht obwohl anstelle dessen der inadäquat angefertigte Gips zu korrigieren wäre. Dies kann fatale Folgen haben: die so genannte Sudek Dystrophie, eine hier an der Costa Blanca leider häufig beobachtete sehr schwere Komplikation an dessen Ende oftmals die nahezu vollständige Gebrauchsunfähigkeit der Hand steht.

Darüber hinaus kann eine falsche Gipstechnik zur Verheilung des Bruches in ausgeprägten Fehlstellungen, welche nur noch operativ zu korrigieren sind, führen.

Vorsicht bei der Auswahl der richtigen Operationstechnik

Vorsicht bei der Auswahl der richtigen Operationstechnik

Bei im Röntgenbild festgestellten Trümmerbrüchen, insbesondere mit Gelenkbeteiligung, sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden denn nur bei einer exakten Wiederherstellung von Unterarmlänge und Handgelenkachsen ist eine gute funktionelle Wiederherstellung zu erwarten.

Allerdings sollte mit dem Operationstermin einige Tage bis zum weitgehenden Abschwellen des Handgelenkes gewartet werden, um so Komplikationen zu vermeiden.

Welches Operationsverfahren das geeignete ist, richtet sich nach dem Frakturtyp und der Knochenqualität. Es kommen Kirschnerdrähte, Plattenosteosynthesen oder externe Fixierungsmöglichkeiten in Frage.

Gerade bei älteren Patienten ist die Knochenqualität bedingt durch eine unbehandelte Osteoporose sehr schlecht. Schrauben finden in solch einem butterweichen Knochen keinen Halt. Hier bietet sich als minimal invasive Technik die perkutane Versorgung mit einem so genannten Fixateur externe an.

Knochenchirurgie erfordert ein hygienisches Umfeld


Knochenchirurgie erfordert ein hygienisches Umfeld

Im ersten Hochreinraum Operationssaal mit CE Zertifizierung und exklusiver Nutzung für minimal invasive orthopädische und unfallchirurgische Operationen an der Costa Blanca werden in der Clinica San Antonio in Denia unfallchirurgische Eingriffe ambulant in örtlicher Betäubung oder Regional Anästhesie durchgeführt.

Herr Dr. Wackerhagen, deutscher Facharzt für Orthopädie hat seine unfallchirurgische Weiterbildungszeit am Vinzens Krankenhaus in Mainz unter Leitung von Prof. Dr. med. P. Kirschner, in den Jahren 2002 und 2003 Präsident der deutschen Gesellschaft für Traumatologie und Wiederherstellungschirurgie, absolviert. Er war an der Durchführung von ca. 2500 unfallchirurgischen Eingriffen aller Schwerekategorien beteiligt.