Ein oft falsch interpretiertes, häufiges und gefährliches Krankheitsbild.

Osteoporose ist keine Entkalkung

Osteoporose ist keine Entkalkung

Nach WHO – Einschätzung ist die generalisierte Osteoporose eine der am meisten in ihrer Folgenschwere unterschätzten Zivilisationskrankheiten unserer heutigen Zeit.
Aber was ist Osteoporose? Bei der Diagnose Osteoporose kommt es zum Verlust von gesunder Knochenmasse verursacht durch ein krankhaftes Ungleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenabbau. Eine, wie vielfach fälschlich angenommene, „schleichende Entkalkung“ des Knochens findet bei der Osteoporose nie statt!

Falsche Diagnose

Falsche Diagnose

Eine derartige Erkrankung gibt es zwar auch, und sie heißt, – wenn sie im Kindesalter vorkommt Rachitis, – im Erwachsenenalter handelt es sich meist um die so genannte Osteomalacie, einer in ihrem Erscheinungsbild, Symptomatik und Therapie völlig anderen Erkrankung als die Osteoporose! Hier wird vom Leihen viel in einen Topf geworfen, fehl interpretiert und in der Konsequenz natürlich auch falsch behandelt.

Frauen und Männer sind betroffen

Frauen und Männer sind betroffen

So genannte Brüchigkeitsfrakturen (im Fachjargon „fragility fractures“) vorrangig an Wirbelkörpern und Oberschenkelhälsen, häufig hervorgerufen durch ein Bagatelltrauma, betreffen ca. die Hälfte alle Frauen und ca. ein Drittel aller Männer über 50 Jahren! Die generalisierte Osteoporose betrifft Frauen und Männer im Alter von 50 bis 75 Jahren im Verhältnis 6:1 und in der Altersgruppe von 70 bis 85 Jahren im Verhältnis 2:1.

Wurde erst einmal eine Wirbelkörperfraktur erlitten, liegt anschließend die Lebenserwartung durchschnittlich nur noch bei ca. 5 Jahren! Daher verlangt es die ärztliche Ethik und Sorgfaltspflicht diese Erkrankung frei von kommerziellen Beweggründen frühzeitig treffsicher zu diagnostizieren und nach heutigem Wissensstand effizient zu behandeln. So können nachweislich 40 - 50%! aller Brüchigkeitsfrakturen verhindert werden!

{tab Gefährliche Sicherheit durch falsche Messung}

Gefährliche Sicherheit durch falsche Messung

Gemäß aktueller evidenzbasierter Studien hat sich die an Lendenwirbelsäule und Oberschenkelhälsen durchgeführte DEXA (dual energie x - ray absorptiometrie) als das einzige zuverlässige, für die Erkennung der Osteoporose und zur Verlaufsbeobachtung einer Osteoporose Behandlung somit am besten geeignete Verfahren erwiesen. Da sich der Knochensubstanzverlust nur sehr langsam d. h. um ca. 1,5 % pro Jahr beim sog. slow looser und um ca. 3,5 % pro Jahr beim fast looser vermindert, muss das Messverfahren eine Messgenauigkeit von 1 % haben um einen Knochensubstanzverlust im Verlauf über Jahre überhaupt feststellen zu können.

Andere, an Händen oder Fersenbein oder am Oberschenkelhals allein durchgeführte Verfahren (u.a. mit Ultraschall) zeigen oft erhebliche Abweichungen der Messergebnisse, und wiegen so den Patienten in einer trügerischen und potentiell gefährlichen Sicherheit! Im eigenen Patientengut an der Costa Blanca wurden Abweichungen von bis zu 27 % gegenüber einer DEXA - Knochendichtemessung beobachtet. Dem betroffenen Patient war anhand einer Fersenknochendichtemessung gesagt worden, er sei gesund, dabei befand sich die Knochendichte der Lendenwirbelkörper bereits im frakturgefährdeten Bereich!

Die richtige Therapie

Die richtige Therapie

Vor Beginn einer Osteoporose Therapie oder Prophylaxe sollte noch eine Blutuntersuchung der wichtigsten Knochen-Stoffwechselparameter erfolgen, um andere potentiell sehr gefährliche Erkrankungen, welche gleichfalls mit Knochensubstanzverlust einhergehen, auszuschließen. Zur Vorbeugung der „normalen“ Altersosteopenie ist die Einnahme von Calcium und Vitamin D in Kombination mit moderater körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung geeignet.

Zur Behandlung der generalisierten Osteoporose reicht dies nicht aus!

Wirksame Medikamente schützen

Wirksame Medikamente schützen

Je nach Alter, Geschlecht und Risikofaktoren kommt eine unterschiedliche medikamentöse Therapie zur Anwendung. Als wichtigste Medikamentengruppen seien die Bisphosphonate, Oestrogenersatzstoffe (ohne Brust- und Gebärmutterkrebsrisiko!) und synthetisches Parathormon genannt. Mit diesen Substanzen muss ein individuelles Therapieprogramm erstellt und mittels DEXA im 2-jährigen Abstand kontrolliert werden. So kann die generalisierte Osteoporose allein durch diese Medikamente gestoppt, ein schrittweiser Wiederaufbau von Knochensubstanz erzielt (je nach verwendetem Medikament zwischen + 2,5 bis + 6 % pro Jahr!) und das Frakturrisiko damit erheblich gesenkt werden.

Bei noch nicht allzu weit fortgeschrittenen Osteoporosen, bei denen es noch nicht zu Wirbelkörperfrakturen gekommen ist, kann Osteoporose sogar „geheilt“ werden, wenn gleich die neu aufgebaute Knochensubstanz eine etwas andere biomechanische Qualität als der natürlich gewachsene Knochen hat.

Zum Team des deutschen Orthopäden Dr. Wackerhagen in Denia, Costa Blanca, gehört die erfahrene Physiotherapeutin Kerstin Mais. Sie behandelt bei der Diagnose Osteoporose mit krankengymnastichen Kräftigungsübungen welche in der Osteoporosebehandlung eine große Rolle spielen.
Auch sogenannte Fall-Präventionsprogramme nach US-amerikanischem Vorbild werden von ihr mit sehr guten Wirkeffekten durchgeführt.