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Kurzstationäre Kniegelenkendoprothetik

Kurzstationäre Kniegelenkendoprothetik

Wie ist das möglich?

Die Anzahl relativ junger Patienten (50 bis 68 Jahre) mit ausgedehnten Knorpelschäden am Kniegelenk (Arthrose) nimmt in der europäischen und nordamerikanischen Bevölkerung immer stärker zu.

Die totalendoprothetische Versorgung des Kniegelenkes stellt einen großen und für das betroffene Kniegelenk definitiven Eingriff mit einer Haltbarkeit von ca. 90 % nach 20 Jahren dar. Die bei einer Implantatlockerung erforderliche Wechseloperation erzielt leider deutlich ungünstigere Langzeitergebnisse. Deshalb sollte eine Knie-Totalendoprothese nach Möglichkeit erst in einem Alter ab ca. 60 - 65 Jahren durchgeführt werden, damit der Mehrheit der Patienten mit normaler Lebenserwartung eine Wechseloperation erspart bleibt.

Die Versorgung von ausgedehnten, meist nur auf die Innenseite des Kniegelenkes beschränkten Knorpelschäden, wie sie häufig auch nach zu spät oder unbehandelten Meniskusrissen vorkommen, bereiten in der Behandlung der oben erwähnten Altersgruppe von 50 - 65 Jahren sehr große Schwierigkeiten, da sich durch den asymmetrischen Knorpelsubstanzverlust die Beinbelastungsachse verändert (meist entwickelt sich ein O-Bein).

Oft fällt die Hauptbelastungsachse genau durch das Areal des bestehenden Knorpelschadens. Das so vorgeschädigte Gelenk wird als Folge dieser Fehlstellung in diesem Areal chronisch weiter überlastet, so dass der Arthroseprozess unaufhaltsam fortschreitet. Konservative Behandlungsmaßnahmen wie Physiotherapie, die Gabe von Antirheumatika, und auch die arthroskopische Glättung des eventuell noch vorhandenen Restknorpels, sowie die Entfernung beschädigter Meniskusanteile bringen in dieser Situation nur vorübergehend und begrenzte Erfolge.

Junge Patienten profitieren besonders

Also was tun, wenn der Patient in dieser Situation für eine Totalendoprothese noch viel zu jung ist?
Die so genannte unicondyläre Versorgung des nur auf der Innenseite beschädigten Kniegelenkes mit einem in minimalinvasiver Operationstechnik eingebrachten Hemischlitten bietet die Möglichkeit der ambulanten Durchführung des Eingriffes in Teilnarkose. Bereits 3 bis 4 Stunden nach dem Eingriff kann der Patient unter voller Belastung des operierten Beines die Klinik verlassen. Am darauf folgenden Tag beginnt er ein intensives Muskel kräftigendes ambulantes ReHa Verfahren. Die Benutzung von Unterarmgehstützen ist nur in den ersten Tagen aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, jedoch von Seiten der Operation nicht erforderlich.

Wie ist so etwas möglich?

Über einen kleinen Schnitt neben der Kniescheibe wird eine ausschließlich den oberflächlichen Knorpeldefekt deckende Teilendoprothese individuell angepasst. Gelenkkapsel, Bänder und die noch gut erhaltenen Gelenkflächen bleiben erhalten.

Niedrigere Kosten

All dies wirkt sich natürlich auch auf die Kosten einer endoprothetischen Versorgung des Kniegelenkes aus: Sie liegen bei nur etwa der Hälfte der Behandlungskosten für eine totalendoprothetische Versorgung des ganzen Kniegelenkes.
An der Costa Blanca ist der deutsche Orthopäde Dr. Wackerhagen als ehemaliger Schüler von zwei Präsidenten der internationalen Knee Society (Prof. R. D. Scott (1994) und Prof. Thomas Thornhill (2002-2003) der Harvard Medical School in Boston, einer der wenigen von der Firma Biomed Merck autorisierten Operateure in Spanien, welcher diese Knieteilendoprothese in der oben beschriebenen minimalinvasiven Technik einsetzt.

Für den totalendoprothetischen Ersatz des Kniegelenkes ist allerdings ein 2 - 3 tägiger stationärer Aufenthalt erforderlich.

Kniegelenkendoprothetik

Kniegelenkendoprothetik

Ursachen und Wirkungen

Durch Abrieb und Verschleiß kann es im Laufe eines Lebens zu erheblichen Abnutzungserscheinungen an den überknorpelten Gelenkoberflächen des Kniegelenkes kommen. Die hierbei freigesetzten Abriebpartikel reizen die Gelenkschleimhaut und führen so zu immer wiederkehrenden schmerzhaften Gelenkentzündungen. Zuletzt ist der Gelenkknorpel soweit abgerieben, dass Ober-  und Unterschenkelknochen aufeinander reiben. Weiterer Abschliff des Knochens tritt vorwiegend entweder vermehrt auf der Kniegelenkinnenseite oder seltener auch auf der Außenseite auf. Durch diesen ungleichmäßigen Knorpel- und Knochenabrieb entstehen Achsenabweichungen des ganzen Beines im Sinne einer O-Bein- oder X-Beinfehlstellung.

Eine Beinachsenfehlstellung bewirkt eine Verstärkung der ungleichmäßigen Knorpel- und Knochenabnutzung und führt auf diesem Wege zu einer raschen Zunahme der Beinfehlstellung. Die freigesetzten Abriebpartikel werden an den Rändern der Gelenkoberflächen abgelagert und bilden dort unregelmäßige Knorpel- und Knochenwülste. Diese Wülste spannen die Kniegelenkkapsel und die Seitenbänder an. Hierdurch kommt es zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Das Kniegelenk kann nicht mehr vollständig gebeugt oder gestreckt werden. Dies führt zu Behinderungen beim Treppensteigen, beim Aufstehen von einem Stuhl oder beim Be- und Entkleiden.

Durch Abrieb und Verschleiß kann es im Laufe eines Lebens zu erheblichen Abnutzungserscheinungen an den überknorpelten Gelenkoberflächen des Kniegelenkes kommen.

Geschädigtes Kniegelenk

Kniegelenk Schema

Kniegelenk Schema

Die hierbei freigesetzten Abriebpartikel reizen die Gelenkschleimhaut und führen so zu immer wiederkehrenden schmerzhaften Gelenkentzündungen. Zuletzt ist der Gelenkknorpel soweit abgerieben, dass Ober-  und Unterschenkelknochen aufeinander reiben. Weiterer Abschliff des Knochens tritt vorwiegend entweder vermehrt auf der Kniegelenkinnenseite oder seltener auch auf der Außenseite auf. Durch diesen ungleichmäßigen Knorpel- und Knochenabrieb entstehen Achsenabweichungen des ganzen Beines im Sinne einer O-Bein- oder X-Beinfehlstellung.

Eine Beinachsenfehlstellung bewirkt eine Verstärkung der ungleichmäßigen Knorpel- und Knochenabnutzung und führt auf diesem Wege zu einer raschen Zunahme der Beinfehlstellung. Die freigesetzten Abriebpartikel werden an den Rändern der Gelenkoberflächen abgelagert und bilden dort unregelmäßige Knorpel- und Knochenwülste. Diese Wülste spannen die Kniegelenkkapsel und die Seitenbänder an. Hierdurch kommt es zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Das Kniegelenk kann nicht mehr vollständig gebeugt oder gestreckt werden. Dies führt zu Behinderungen beim Treppensteigen, beim Aufstehen von einem Stuhl oder beim Be- und Entkleiden.

In diesem Krankheitsstadium wird häufig über besonders starke Schmerzen beim morgendlichen Aufstehen und Gehen der ersten Schritte begleitet von einem Steifigkeitsgefühl geklagt. Gleichzeitig ist die maximale Gehstrecke auf weniger als 1 km begrenzt. Häufig bestehen die Schmerzen auch nachts und sprechen zuletzt nur noch schlecht auf hohe Dosierungen eines entzündungshemmenden Schmerzmittels an. Auftretende Magenbeschwerden begrenzen die weitere Einnahme eines solchen Schmerzmittels.

Künstlicher Kniegelenkersatz

Der künstliche Kniegelenkersatz ist eine geeignete Methode um die oben aufgeführten Beschwerden deutlich zu reduzieren oder gar vollständige Beschwerdefreiheit zu erzielen. Bei 90 % der mit einem künstlichen Kniegelenk versorgten Patienten wird eine Beschwerdereduktion auf geringe Restschmerzen oder vollständige Schmerzfreiheit erreicht. Ebenerdiges Gehen ist wieder ohne Begrenzung möglich. Die vorbestehende Bewegungseinschränkung kann in den meisten Fällen beseitigt werden. Eine Beinachsenfehlstellung wird begradigt.

Beim modernen endoprothetischen Ersatz des Kniegelenkes werden nur die durch Arthrose zerstörten Gelenkoberflächen ersetzt. Die körpereigene Kniegelenkkapsel und die Seitenbänder bleiben erhalten. Auch wird bei einem oberflächlichen Gelenkersatz so wenig wie möglich von der körpereigenen Knochensubstanz entfernt.

Endoprothetischer Ersatz des Kniegelenkes

Endoprothetischer Ersatz des Kniegelenkes

In unserem Hause wird hierzu eines der modernsten und weltweit verbreitetsten Implantat-Systeme verwendet. Dabei wird das Oberschenkelende mit einer hochglanzpolierten Chrom-Kobalt-Molybdän-Stahlkappe versehen. Der Unterschenkeloberrand wird mit einer Titan – oder Chrom-Kobalt-Molybdän - Trägerplatte abgedeckt. Zwischen Oberschenkelkappe und Trägerplatte wird eine Gelenkpfanne aus Polyäthylen-Kunststoff als leichtgängige Gelenkgleitfläche eingebracht.

Die Implantatkomponenten werden mit Verankerungszapfen und einer dünnen Lage Knochenzement an Ober- und Unterschenkel befestigt. Auch die Kniescheibenrückfläche wird durch eine Polyäthylengleitfläche ersetzt.

Operation und Genesung

Der endoprothetische Ersatz des Kniegelenkes wird stationär durchgeführt, wobei die Operationsplanung und Vorbereitung (EKG, Labor-, Röntgen- und internistische Untersuchung) ambulant erfolgt.

Die Operation erfolgt in Voll- oder Teilnarkose im Operationssaal und dauert etwa 2 Stunden. Der Blutverlust während der Operation ist sehr gering, - in den meisten Fällen ist keine Bluttransfusion erforderlich.

Nach der Operation wird das operierte Bein elastisch gewickelt, mit Eis gekühlt und in gestreckter Stellung das Bein leicht hochgelagert. Schmerzmittel in ausreichender Menge und ein Thromboseschutzpräparat werden verabreicht. Die in das Gelenk eingelegten Drainageschläuche werden am zweiten Tag nach der Operation entfernt. Sofort im Anschluss können die meisten Patienten an zwei Unterarmgehstützen und mit einer als Schutz angelegten Knieführungsschiene aufstehen. Die meisten Patienten dürfen das operierte Bein sofort mit ihrem ganzen Körpergewicht  belasten. Die volle Gelenkbelastung wird meist nach Abklingen des Wundschmerzes schon am 6. bis 8. Tag nach der Operation erreicht. Ebenso ist das Gehen ohne Gehstützen schon nach wenigen Tagen möglich.

Die für ein gutes Operationsergebnis wichtige krankengymnastische Nachbehandlung beginnt am Tag nach der Operation mit Anspannungsübungen. Um eine gute Gelenkbeweglichkeit zu erreichen erfolgt nach Entfernung der Drainagen eine mobilisierende Übungsbehandlung auf einer Motorschiene mit der das Kniegelenk 2 mal am Tag für jeweils 2 Stunden passiv durch bewegt wird. Nach ca. 10 Tagen wird in dem meisten Fällen ein Kniebeugewinkel von ca. 90° erreicht.

Erfreulicherweise ist die Komplikationsrate dieses Eingriffs sehr niedrig und liegt insgesamt statistisch bei ca. 3 %. Als schwere aber seltene Komplikation muss die Infektion und Eiterung im Gelenkbereich angesehen werden. Sie tritt trotz aller hygienischen Bemühungen im Operationssaal immer wieder auf und macht erneute Operationen zur Infektsanierung notwendig. Gefäßnervenverletzungen sind außerordentlich selten. Das Thrombose- und Embolierisiko wird durch Schutzpräparate sowie eine frühzeitige krankengymnastische Beübung und Mobilisation des Patienten niedrig gehalten.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit heutiger Knieendoprothesen ist mit der von modernen Hüftendoprothesen vergleichbar. Man muss bei der Implantation von 100 Knieendoprothesen mit jeweils ca. einem Implantatversagen durch Auslockerung pro Jahr rechnen. Das bedeutet, dass nach zehn Jahren noch   90 % der Implantate ordnungsgemäß funktionieren.