Nackenkopfschmerz – Nackenarmschmerz

Verspannungsbedingte Nacken-Kopfschmerzen erlebt nahezu jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben.

Ursachen

Ursachen

Die heutigen Lebensbedingungen, verbunden mit oft stundenlangem Sitzen vor Fensehbildschirmen, Computermonitoren, Smartphones und Spielkonsolen, verleiten häufig schon ab dem frühen Jugendalter zu einer fortgesetzten Fehlhaltung.

Aufgrund der konzentrierten visuellen Wahrnehmung neigen wir dazu, quasi in den Bildschirm hineinzukriechen. Durch dieses nach vorne Strecken des Kopfes gerät dieser aus dem Lot. Die Muskulatur auf der Halsvorderseite verkürzt sich im Laufe der Zeit, die Muskulatur auf der Halsrückseite wird zusammen mit allen Kapsel-, Band – und Fascienstruckturen der hinteren Halswirbelsäule überdehnt. Da der 7-9 kg schwere Kopf nach vorne verlagert wird und somit nicht mehr in seinem Schwerpunkt unterstützt wird, stellt diese Fehlhaltung eine enorme Überlastungssituation für die Haltemuskulatur der Halsrückseite dar. Es kommt bei chronischer Fehlhaltung zu Verspannungen, dem sog. Muskelhartspann.

Halswirbelsäule

Verlauf und Folgen

Verlauf und Folgen

Durch diesen drastisch erhöhten Muskelzug nehmen die Kräfte, welche auf Bandscheiben und Wirbelgelenke einwirken, erheblich zu. Die Halswirbelsäule wird teleskopartig zusammengestaucht. Wird dies zum Dauerzustand, entsteht aus einer Fehlhaltung eine Fehlstellung der Halswirbelsäule mit einer strukturellen Umformung der Halswirbelsäule – oft schon sehr früh verbunden mit einsetzenden Verschleißprozessen an Bandscheiben und Wirbelgelenken. Hieraus ergebenden sich Beschwerden der unterschiedlichsten Art: Da der Nacken zur Kontrolle der Orientierungsfähigkeit des Kopfes mit einer Vielzahl von Nervenrezeptoren besetzt ist, ist das resultierende Beschwerdebild oft sehr komplex.

Die am Hinterhaupt ansetzende Muskulatur ist von Nerven durchdrungen, welche die Kopfhaut vom Nacken bis zu den Augenbrauen versorgen. Werden diese Nerven durch eine zu hohe Muskelspannung der Nackenmuskulatur eingeengt, kommt es zum bekannten Spannungskopfschmerz. Auch bei überlastungsbedingter Entzündung der Muskelansätze am Hinterkopf wird der dabei entstehende Schmerz über den Kopf nach vorne fortgeleitet und es entsteht der Halbseitenkopfschmerz, welcher aber auch beidseitig vorkommen kann. Entzündet sich der Nerv selbst (meist ist der N. occipitalis major und etwas weiter seitlich der N. occipitalis minor betroffen) kommt es zu dem gefürchteten Clusterkopfschmerz. Begleitet sind diese Beschwerden häufig von Schwindel, Ohrgeräuschen, Übelkeit, Sehstörungen und einer Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut.

Werden diese Erkrankungsbilder nicht rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt, chronifiziert der Schmerz, der Verschleiß und die degenerative Umformung der Halswirbelsäule schreiten fort.

Irgendwann dekompensiert das System und es kommt zum Bandscheibenvorfall mit Einklemmung einzelner Nervenwurzeln, oder gar zur Spinalkanalstenose, welche im Halswirbelbereich besonders problematisch ist, da hierbei das Halsmark geschädigt werden kann. Die Auswirkungen sind dramatisch: Gangunsicherheit mit Sturzgefahr, Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Inkontinenz, Taubheit, Missempfindungen und Schmerzen im Schulter- Nacken- und Armbereich bis hinab zu den Fingern, Kraftverlust beim Greifen oder Vor- und Seitheben des Armes bis hin zur vollständigen Querschnittssymptomatik sind möglich.

Eine derartige Beschwerdesymptomatik erfordert eine sorgfältige diagnostische Abklärung. Diese wird vom erfahrenen Facharzt für Orthopädie durchgeführt. Allgemeinärzten und Internisten ist es aufgrund der nicht vorhandenen Fachqualifikation nicht erlaubt auf diesem Gebiet tätig zu werden.

Untersuchungen

Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung werden Fehlhaltungen und Fehlstellungen erkannt, Schmerzpunkte ertastet und ein detaillierter neurologischer Status erhoben, um evtl. vorhandene Funktionseinbußen festzustellen.

In Röntgenaufnahmen und speziellen Zielaufnahmen -insbesondere der sog. Kopfgelenke -werden gleichfalls Fehlhaltungen und Fehlstellungen (wie z.B. eine Atlasverkippung/Rotationsfehlstellung) genau erkannt. Eine schmerzbedingte Steilstellung der Halswirbelsäule, Achsenabweichungen, Höhenminderungen der Zwischenwirbelräume und Verkippungen oder Rotationsfehlstellungen von einzelnen Wirbelkörpern können so vom erfahrenen Facharzt leicht erkannt werden. In seitlichen Funktionsaufnahmen werden Entfaltungsstörungen oder Instabilitäten erkannt. Ein Bandscheibenverschleiß oder eine Wirbelgelenkarthrose ist gleichfalls einfach zu erkennen.

Wurden bei der körperlichen Untersuchung neurologische Ausfälle festgestellt, weist dies auf eine Nerveneinklemmung hin. Nur in diesem Falle sollte eine Kernspintomographie veranlasst werden – Nicht jeder steife Nacken muss gleich in die „Röhre“! Das spart Kosten.

Im Kernspin werden Bandscheibenvorfälle oder andere Ursachen für Nerveneinklemmungen (sog. Foramen- oder Spinalkanalstenosen) präzise lokalisiert. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein modernes, qualitativ hochwertiges Kernspingerät – das ist nicht immer und überall vorhanden. Eine etwas weitere Anreise sollte daher schon für eine gute Bildgebung in Kauf genommen werden.

Therapie

Therapie

In der Clinica San Antonio wird nach einem modernen, integrierten schmerztherapeutischen Konzept je nach Art und Schwere des vorliegenden Befundes stufenweise vorgegangen.

Einen sehr großen Stellenwert nimmt dabei die sog. interventionelle Schmerztherapie ein. Hierbei handelt es sich um gezielte, meist mit Ultraschall oder unter Durchleuchtungskontrolle navigierte tiefe schmerztherapeutische Lokalanästhesien mit entzündungshemmenden Depot-Zusätzen, welche direkt am Ursprungsort des Schmerzes platziert werden. Die Wirkung setzt oft innerhalb weniger Augenblicke ein, und die Depot-Wirkung hält meist 6 - 8 Tage an. Diese Infiltrationsbehandlung kann im Wochenabstand je Schmerzort ein bis zweimal wiederholt werden.

Dieses Verfahren ist technisch sehr anspruchsvoll und wird von nur sehr wenigen Fachspezialisten sicher beherrscht. In der Clinica San Antonio wurden bisher ca.16 000 interventionelle schmerztherapeutische Infiltrationen ohne Komplikationen durchgeführt.

Setzt unter der dargestellten Behandlung eine spontane Schmerzlinderung ein, kann umgehend mit den weiteren Eckpfeilern der polymodalen Schmerztherapie begonnen werden. Dies umfasst insbesondere die zahlreichen Möglichkeiten der Elektrotheapie, manualtherapeutische Behandlungsmaßnahmen durch eine/n Physiotherapeutin/en und eine begleitende Muskelentspannende und Schmerzlindernde medikamentöse Therapie. Lässt unter dieser Behandlung der anfangs oftmals quälend intensive Schmerz nach, so sollte das Behandlungsergebnis langfristig durch eine gezielte medizinische Trainingstherapie zunächst unter Anleitung durch einen Physiotherapeuten stabilisiert werden.

Rauchen, eine schlecht eingestellte Zuckerkrankheit, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen zum einen ganz massiv das Entstehen der oben dargestellten Erkrankungen, zum anderen behindern diese Risikofaktoren den Heilerfolg trotz aller bester therapeutischer Bemühungen nachhaltig.

Bleibt unter einer umfassenden schmerztherapeutischen Behandlung eine Besserung über einen Zeitraum von 6 - 12 Wochen aus, oder es entwickeln sich fortschreitende neurologische Defizite - ins sondere Lähmungen-, so sollte zügig eine operative Behandlung zur Entlastung eingeklemmter Nervenstrukturen in die Wege geleitet werden um so einen dauerhaften Nervenschaden zu vermeiden.

Selbst bei stärksten Schmerzen im Nacken-Schulter-Armbereich, hat der deutsche Orthopäde Dr. Albrecht Wackerhage die richtige Lösung für Sie.

Nutzen Sie die reichhaltige Erfahrung des Arztes Ihres Vertrauens an der Costa Blanca.