Das Kniegelenk ist das Komplizierteste Gelenk des menschlichen Körpers.

Seine Gelenkbildenden Anteile (überknorpelte Knochenenden von Ober- und Unterschenkel, dazwischenliegender Innen- und Außenmeniskus, sowie Gelenkkapsel und Bänder) unterliegen schon unter Alltagsbedingungen, jedoch in besonderem Maße beim Sport, erheblichen Belastungen.

Hierbei trägt die Oberschenkelmuskulatur ganz wesentlich zur Stabilisierung des Kniegelenkes bei. Aus der dazu notwendigen Muskelzugkraft und einem Körpergewicht von ca. 70 kg ergeben sich für die Gelenkoberflächen Druckbeanspruchungen von mehr als 1000 kp beim Leistungssportler oder ca. 350 Kp beim einfachen Hinabsteigen einer Treppe. Daher unterliegen die Gelenk bildenden Strukturen (insbesondere der Gelenkknorpel und die Menisken) einem besonderen Verschleiß und Verletzungsrisiko.

Die Arthroskopie des Kniegelenkes ist ein minimal invasives d. h. den Patienten wenig belastendes Verfahren, bei dem zum einen alle Gelenkbildenden Anteile genau hinsichtlich erlittener Verletzungen, Verschleiß oder Entzündungen untersucht werden können. Zum anderen kann eine erforderliche operative Behandlung direkt angeschlossen und ebenfalls arthroskopisch durchgeführt werden.

Am häufigsten kommt es durch Verschleiß oder Verletzung zu einem Meniskusriss.

Hierbei entsteht ein mehr oder weniger großer beweglicher Meniskusanteil, welcher sich wiederholt zwischen überknorpelter Ober- und Unterschenkelgelenkfläche einklemmt. Hierdurch kommt es zu einem erheblichen Knorpelabrieb und Verschleiß.

Arthroskopische Entfernung des Meniskusrisse

Arthroskopische Entfernung des Meniskusrisses

Arthroskopisch können Meniskusrisse entfernt und der verbleibende Restmeniskus sowie der Gelenkknorpel geglättet werden. Bei frischen Meniskusrissen junger Patienten kann je nach Art und Lokalisation des Risses eine Meniskusnaht durchgeführt werden. Abriebpartikel, Blut und Ergussflüssigkeit werden aus dem Gelenk herausgespült.

Entzündete Gelenkschleimhaut, wie sie bei der chronischen Polyarthritis auftritt, kann arthroskopisch entfernt werden. Ein zerrissenes vorderes Kreuzband kann durch eine Kreuzbandplastik ersetzt werden. Bei Vorliegen größerer Knorpeldefekte kann durch Mikrofrakturierung des sklerotischen Knochens im Defektbereich die Neubildung von Ersatzknorpel stimuliert werden.

Begleitende Reaktionen

Begleitende Reaktionen

Es kann begleitend als Reaktion auf die Abriebpartikel zur Entzündung der Gelenkschleimhaut und zur Ausbildung eines Gelenkergusses kommen.

Bei Meniskusverletzungen kommt es ebenfalls häufig zur Einblutung in das Kniegelenk. Diese Flüssigkeitsansammlung im Gelenk führt zu einer Erweichung des Gelenkknorpels und begünstigt damit einen noch stärkeren Knorpelabrieb. Eine zusätzliche durch Bänderrisse bedingte Gelenkinstabilität führt zu einer weiteren Verstärkung des Knorpelschadens.

Da Gelenkknorpel so gut wie keine Heilungs- und Regenerationsfähigkeit hat, müssen die, für die Entstehung eines Knorpelschadens d.h. einer Arthrose möglichen Ursachen so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Die Arthroskopie ist hierfür das geeignete Verfahren.

Durchführung der Kniearthroskopie

Durchführung der Kniearthroskopie

Eine Kniearthroskopie kann sowohl in Lokalanästhesie, -Teil- als auch Vollnarkose durchgeführt werden.

Dies geschieht nach Abschluss der erforderlichen Voruntersuchungen in Absprache mit dem Narkosearzt und dem Patient. Die Arthroskopie erfolgt im Operationssaal. Zur Arthroskopie werden meist über zwei ca. 8mm lange Schnitte die erforderlichen Operationsinstrumente und eine mit einer Videokamera versehene Glasfaseroptik in das Gelenk eingeführt. Der Gelenkinnenraum wird unter starker Vergrößerung auf einem TFT-Monitor dargestellt. So können alle Eingriffe im Gelenk ohne große Gelenkeröffnung genau kontrolliert durchgeführt werden.

Bei einer Arthroskopie mögliche Komplikationen wie Gelenkinfektionen, Gefäß- und Nervenverletzungen sind außerordentlich selten (statistisch unter 1 %). Die Arthroskopie des Kniegelenkes stellt somit ein sehr sicheres Verfahren zur Erkennung und Behandlung von Kniegelenkschäden dar.

Arthroskopie Schema

Arthroskopie Resektionsinstrument

Operationserfolg/Nachbehandlung

Operationserfolg/Nachbehandlung

Meist wird am ersten Tag nach einer Arthroskopie die im Operationssaal eingelegte Drainage entfernt. Das Kniegelenk wird elastisch gewickelt und mit Eis gekühlt. Zur Linderung von schmerzhaften Reizzuständen des Gelenkes kann ein entzündungshemmendes Medikament verabreicht werden.

Der Patient darf meist noch am Tag der Operation an zwei Unterarmgehstützen aufstehen. Die für einen guten Operationserfolg wichtige krankengymnastische Nachbehandlung beginnt am Tag nach der Operation.

Je nach Schwere des behandelten Kniegelenkschadens wird die volle Belastbarkeit des Gelenkes z.B. nach reinen Meniskusteilentfernungen schon nach ca. 5 Tagen wieder erreicht. Bei ausgedehnten Knorpelschäden oder Bandverletzungen kann jedoch die Wiederherstellung der Belastbarkeit bis zu 12 Wochen dauern. Nach einfachen Meniskusverletzungen wird Sportfähigkeit nach ca. 4 bis 6 Wochen wieder erreicht.

Der seit 1996 operativ an der Costa Blanca tätige deutsche Orthopäde Dr. Albrecht Wackerhagen, wurde an den weltweit renommiertesten Operationszentren für Orthopädie und Unfallchirurgie aus- und weitergebildet.

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